Die Provinz Lüttich erinnert sich an

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Der Krieg

Kriegsblatt Nr. 3 - Das 20. Jahrhundert
partager sur Google+ partager sur Twitter partager sur Facebook   Publié le 18-12-2019

3. Unsere Bedrohte Freiheit

Erster Akt: Ausweitung und Übergriffe

Während Polen von seinen mächtigen Nachbarn zerrissen wird (200.000 Tote, 450.000 Gefangene) und am 28. September 1939 kapituliert, streiten sich die Sowjets und Deutschen um Nordeuropa: Finnland wird am 30. November von der Roten Armee überfallen, während Dänemark und Norwegen im April 1940 von deutschen Truppen angegriffen werden.

Dies ist der Beginn des seltsamen Krieges, den die Deutschen den Sitzkrieg nennen. Franzosen und Engländer wollen Zeit gewinnen, denn sie glauben, ihre Verspätung aufholen zu müssen. Darüber hinaus schickt England seine Divisionen nur sehr spärlich auf den Kontinent. Alle zählen sie auf die Blockade, die wegen der sowjetischen Lieferungen unwirksam war, und auf die Intervention der Vereinigten Staaten, zu der es nicht kommt ... Es kommt nicht in Frage, die Siegfriedlinie anzugreifen, die deutsche Maginot-Linie, oder etwa Deutschland zu bombardieren.

Am 10. Mai 1940 startet die Wehrmacht die Offensive an der Westfront, indem sie mit 145 Divisionen, davon 10 gepanzerten - den berühmten Panzerdivisionen - und 5.000 Flugzeugen in die Niederlande, Belgien und das Großherzogtum Luxemburg eindringt. Das ist die Taktik des sogenannten Blitzkriegs. Franzosen und Engländer bringen es auf 127 Divisionen, mit einer viel schwächeren Luftverteidigung. Sie rücken sofort nach Belgien vor, an ihrer linken Flanke. Doch die Hauptoffensive der Deutschen findet in den Ardennen statt, wo das alliierte Kommando sie am wenigsten erwartet hatte. Die Überraschung ist vollkommen. Die Maginot-Linie ist nutzlos und in Sedan, an ihrem Ende, überqueren die Deutschen die Maas.
In Belgien kommt es in der Zeit zwischen Angriff und Kapitulation zur «Kampagne der 18 Tage“. Am 28. Mai ergibt sich die belgische Armee, und vom

29. Mai bis 4. Juni werden 350.000 englische und französische Soldaten unter den Bombardierungen in Dünkirchen evakuiert. Die Front gibt auch an der Somme und der Aisne nach, die Seine wird am 7. Juni überquert und die Deutschen erreichen Paris am 14. Juni. König Leopold III. wird gefangen genommen und die Regierung geht nach London ins Exil, um die Kriegsanstrengungen während des Konflikts zu leiten.

Italien tritt am 10. Juni in den Krieg ein, während die deutsche Offensive nach Westen und Süden andauert. Sie schiebt Millionen von Flüchtlingen auf der Flucht vor sich her.

Die lahm liegende französische Regierung bittet um einen Waffenstillstand, der am 22. Juni in Rethondes unterzeichnet wird. England, fest zum Kampf entschlossen, bereitet sich jetzt darauf vor, den Achsenmächten allein gegenüberzutreten.

Winston Churchill, der neue Premier der britischen Regierung, hat nichts anderes zu bieten als Blut, Arbeit, Tränen und Schweiß und ruft zum Krieg gegen eine ungeheuerliche Tyrannei auf, wie es sie in der düsteren und erbärmlichen Liste der menschlichen Verbrechen noch nie gegeben hat.
Hitler seinerseits bereitet einen europäischen Krieg vor, aber keinen Weltkrieg. Ein anhaltender Widerstand Englands würde jedoch die Chancen eines schnell gewonnenen Krieges im Westen zunichte machen, bevor die Vereinigten Staaten aus ihrem Isolationismus heraustreten.

Es kommt zur Schlacht um Großbritannien, die im Sommer 1940 am Himmel ausgetragen wird. Die britische Royal Air Force ist mit einem Flugzeug gegen drei in der Unterzahl. Aber durch die Spitzenleistungen der Piloten und ihrer Jagdflugzeuge, den für die Deutschen noch unbekannten Einsatz von Küstenradars und die deutsche Entscheidung, London und andere Städte wie Coventry zu zerstören, statt Flugplätze und Luftfahrtfabriken zu bombardieren, wendet sich das Blatt. im Herbst, am Ende dieser gigantischen Luftschlacht, sind die menschlichen Verluste und die Schäden beträchtlich, doch Churchill hat sein Schachspiel gewonnen. Zudem beschließt der amerikanische Präsident Roosevelt, England materiell zu helfen und tritt damit in einen nicht erklärten Krieg ein. Laden Sie den Artikel herunter (pdf)

Zweiter Akt: die Globalisierung des Konflikts

Nach dem Erfolg der deutschen Eroberungen in Westeuropa trägt Mussolini die Kämpfe auf den Balkan. Nach der Annexion Albaniens im April 1939 greift er Ende Oktober 1940 Griechenland an. Die Deutschen sichern sich ihre Positionen auch, indem sie Ende November 1940 Ungarn, Rumänien und die Slowakei für einen Beitritt zu den Achsenmächten gewinnen. Bulgarien folgt am 1. März 1941.

Die Kontrolle über das Mittelmeer und die Ölfördergebiete des Nahen Ostens wird sowohl für die Alliierten als auch für die Achse zu einem Thema. Italiener und Briten bekämpfen sich im September 1940 in Ägypten, während das deutsche Afrikakorps unter dem Kommando von Erwin Rommel in Libyen landet und die Briten im April 1941 zurückdrängt. Diese bemächtigen sich im Sommer 1941 des Irak, Syriens und des Libanon. Ihnen wird die türkische Neutralität zugesichert.

Am 22. Juni bricht Hitler das Abkommen mit der UdSSR und greift sie auf einer 1.500 Kilometer langen Front an. Die Einsätze bei diesem Vorstoß nach Osten sind vielfältig: Einflusskämpfe in Osteuropa, die Sicherung des Westens vor dem Bolschewismus, die Fortsetzung der Erweiterung des Lebensraums. Der deutsche Plan sieht die schamlose Ausbeutung der eroberten Gebiete und Bevölkerungen vor. Der deutsche Blitzkrieg drängt die Sowjets zurück, die ihre Verteidigung auf Leningrad und Moskau konzentrieren, doch der frühe Wintereinbruch und der verbissene Widerstand der Partisanen zwingen Deutschland ab Dezember in einen langen Zermürbungskrieg.

Obwohl er im Osten alle Merkmale eines totalen Krieges hat, und trotz seiner ideologischen Auswirkungen, die weit über den europäischen Rahmen hinausgehen, bleibt der Konflikt auf dem alten Kontinent.

Im April 1941 schließt das japanische Kaiserreich jedoch einen Neutralitätspakt mit der UdSSR und träumt aufgrund seiner Erfolge in China davon, die weißen Machthaber in Asien zu verdrängen. Japan stößt sich an den neutralen Vereinigten Staaten, die aber entschlossen sind, die japanische Expansion zu verhindern. Die Machtergreifung des hochmilitaristischen Tojo führt zu einer entscheidenden Wende im Konflikt. Am 7. Dezember 1941 wird die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbour besiegt, was den amerikanischen Kriegseintritt herbeiführt. Im Namen eines trilateralen Pakts erklären Deutschland und Italien den Vereinigten Staaten den Krieg.

Nunmehr ist zum ersten Mal in der Weltgeschichte der gesamte Planet ein Kriegsschauplatz.

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Inhaltsverzeichnis

Erster Akt: Ausweitung und Übergriffe
Zweiter Akt: die Globalisierung des Konflikts
London, 1940
Sir Winston Churchill
Erwin Rommel diskutiert mit Generalmajor Georg von Bismarck
Belagerung Leningrads, 1941-1944
 Grenzkarte
Pearl Harbour