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Zunehmender Rassismus und Extremismus am Beispiel Deutschlands

Verstehen und nachdenken
partager sur Google+ partager sur Twitter partager sur Facebook   Publié le 03-12-2019

Zunehmender Rassismus und Extremismus am Beispiel Deutschlands

In der Zwischenkriegszeit war die große Finanzkrise von 1923 in Deutschland von schweren Unruhen begleitet worden. Am 9. November scheitert ein Putschversuch in München. Dieser Putsch bleibt nicht völlig unbemerkt, denn einer der verhafteten Anführer ist General Ludendorff, der Leiter der Operationen der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg. Der andere verhaftete Anführer ist ein Unbekannter, ein gewisser Adolf Hitler, Leiter einer Partei oder eher einer kleinen Gruppierung, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei.

Im Gefängnis, aus dem er nach gut einem Jahr freikommt, obwohl er zu fünf Jahren verurteilt worden war, verfasst er „Mein Kampf“, das 1925 veröffentlicht wird. Worin besteht also „sein Kampf“? Vor allem ist es eine pseudowissenschaftliche Dogmatisierung des Rassismus. Die Menschen sind grundsätzlich ungleich, ebenso wie die Rassen. Die erwählte Überrasse, die Arier, deren Wahlheimat Deutschland ist, muss sich der korrumpierenden Faktoren, insbesondere der Juden, entledigen. Sie müssen als Individuen aus der deutschen Nation entfernt werden, wie auch die Ideen, die sie angeblich verkörpern.

Die Rückkehr der Weimarer Republik zu Stabilität und Wohlstand (1924-1929) trägt wenig zum Erfolg der Nazi-Partei bei, die 1929 nur 120.000 Mitglieder zählt. Doch die Weltwirtschaftskrise von 1929 trifft Deutschland stärker als andere Länder: 3 Millionen Arbeitslose im Jahr 1930; 6 Millionen 1933. Die Krise beendet auch die Zahlung von Kriegsreparationen mit der Lausanner Konferenz im Juni-Juli 1932. Deutschland zahlte nur 23 von insgesamt 132 Milliarden Reichsmark. Eine solche Armut kann nur extremistische Parteien begünstigen.

Bei den Wahlen 1930 springt die Zahl der Abgeordneten der Nazi-Partei von 14 auf 107. Bei den Wahlen im Juli 1932 kommen die Nazis auf 230 der 607 Sitze. Es kann weder mit ihnen noch ohne sie regiert werden. Nach der Ernennung einer Regierung von Verbündeten bereitet Hitler die Wahlen im März 1933 vor. Die Gewalt gegen linke Aktivisten nimmt zu, in der Verwaltung wird aufgeräumt und die Veröffentlichung von 150 Zeitungen verboten. Der den Kommunisten zugeschriebene Reichstagsbrand bietet den Vorwand, um am 27. Februar 1933 die Auflösung der Kommunistischen Partei und die „vorübergehende“ Aussetzung einer Reihe von Grundrechten anzuordnen. Zensur wird erlaubt, Hausdurchsuchungen ebenfalls. Die Nazi-Partei wurde in der „Nacht der langen Messer“ am 30. Juni 1934 „gereinigt“, als die Führer der SA (Sturmabteilung) von einer neuen, gehorsameren Wache, der SS (Schutzstaffel), ermordet wurden. Nach dem Tod von Präsident Hindenburg vereinigt Hitler die Ämter des Kanzlers und des Staatsoberhaupts auf seine Person, was durch eine Volksabstimmung mit 90 % der Stimmen gebilligt wird. Vier Jahre später wird er zum Oberbefehlshaber der Armee, nachdem er die Rüstungsindustrie wiederbelebt, den Militärdienst wieder eingeführt und das Rheinland remilitarisiert hatte. Hitler gelingt es, eine totale Diktatur zu errichten.

Regiert wird in einem Klima des Terrors. Kommunisten, Sozialisten, Homosexuelle, Freimaurer, Zeugen Jehovas, Oppositionelle werden gesellschaftlich geächtet und in den ersten Konzentrationslagern interniert, wie beispielsweise Dachau, von wo aus das System institutionalisiert wird. Jeder Verdächtige ist nun der Sicherheitsverwahrung ausgesetzt. Nach Dachau werden weitere Lager nach dem Prinzip des doppelten Rudelverhaltens eröffnet; einerseits beim Wachpersonal, andererseits bei den Gefangenen. Bis 1939 waren die Lager nur für Deutsche bestimmt, dann, mit dem Krieg in Europa, wächst ihre Zahl mit Deportierten aller Kategorien (Widerstandskämpfer, Strafgefangene, Geiseln...)

Fortsetzung in der Kriegsgazette Nr. 3


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<- INHALTSVERZEICHNIS

Berlin, nationalistische Kundgebung, 13. März 1921
Nürnberg, Nazi-Veranstaltung, 8. September 1936